Mission

Ernst Krenek war nicht nur Komponist, überaus vielseitiger Künstler, umfassend gebildeter Humanist und Visionär sondern auch Librettist seiner eigenen Opern, Musikschriftsteller und Essayist. Das Ernst Krenek Institut hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Werk und sein künstlerisches Erbe zu bewahren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Institut sichtet, erforscht, betreut und bewahrt Kreneks umfangreichen Nachlass und fungiert als Anlaufstelle für Wissenschaft, VeranstalterInnen, MusikerInnen, KomponistInnen, SchriftstellerInnen und die interessierte Öffentlichkeit, sowie als Leihgeber für Krenek-Exponate. Das zugehörige Ernst Krenek Forum am Minoritenplatz in Krems bietet mit seinen Veranstaltungen und Ausstellungen eine Dialogplattform für eine offene, interdisziplinäre und multimediale Begegnung mit dem vielschichtigen und umfangreichen künstlerischen Erbe von Ernst Krenek.

Geschichte

Die Ernst Krenek Institut Privatstiftung wurde 2004 von Kreneks Witwe, Gladys Nordenstrom Krenek, mit Unterstützung des Bundes und des Landes Niederösterreichs gegründet. Die Räumlichkeiten des Ernst Krenek Institut an der Donau-Universität Krems (Campus Krems) wurden am 12. September 2004 mit einem Festkonzert eröffnet. Mit der Gründung wurde ein Großteil des amerikanischen Nachlasses Ernst Kreneks von den USA nach Krems übersiedelt und auf Wunsch von Gladys Krenek der Stiftung als Eigentum übertragen.

Seit seiner Gründung veranstaltet das Ernst Krenek Institut Workshops und Symposien, unterstützt Forschungspublikationen und Werkeditionen und gestaltet Ausstellungen, um Kreneks künstlerisches Erbe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Unermüdlich und mit großem persönlichem Engagement brachte sich Gladys als Ehrenpräsidentin der Stiftung in die Stiftungsarbeit ein und trug immer wieder größere Projekte persönlich und finanziell mit. Für ihre Leistungen als Stifterin und im Bewahren und Verbreiten des kulturellen Erbe Kreneks wurden ihr 2006 das große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und 2014 für die Verdienste um das Land Niederösterreich verliehen. Seit ihrem Tod 2016 fungiert die Stiftung als Rechtsnachfolger von Ernst und Gladys Krenek.

2017 wurden mit der Auflösung des Haushaltes in Palm Springs umfangreiche Nachlassbestände nach Krems übersiedelt, die derzeit erfasst und katalogisiert werden, um auch diese Teile des Nachlasses der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Ernst Krenek Institut Privatstiftung wird mit finanziellen Mitteln des Bundeskanzleramt Österreich und des Landes Niederösterreich unterstützt.

Die Stifterin Gladys Nordenstrom Krenek

Komponistin, Ehefrau, Promoterin

Zielstrebig, hartnäckig und pragmatisch, aber auch mit großer künstlerischer Sensibilität hat sich Ernst Kreneks dritte Ehefrau, Gladys Nordenstrom Krenek (1924-2016), fast ein halbes Jahrhundert für das Werk ihres Mannes eingesetzt. Ihre eigene künstlerische Arbeit stellte sie in den Hintergrund.

Gladys N. Krenek wurde am 23. Mai 1924 als eines von sieben Kindern in Minnesota (USA) geboren. Ihre Großeltern waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus Schweden und Deutschland in die USA eingewandert.

Schon sehr früh zeigte sich ihre Zielstrebigkeit, denn bereits als Zehnjährige hatte sie sich in den Kopf gesetzt, Sängerin zu werden und finanzierte sich seit ihrem 13. Lebensjahr als Trompeterin im Jazz-Dance-Orchestra „The Pangerl Sisters“ Gesangsstunden bei Ruth Leaf Larson.

Ihr Wunsch, Gesang an der Universität zu studieren, stieß bei ihrem Vater auf Widerstand. Dennoch begann sie mit achtzehn Jahren ihr Studium an der Hamline University in St. Paul, zu jener Zeit mit Persönlichkeiten wie Dimitri Mitropolus oder Ernst Krenek ein wichtiges Zentrum für Neue Musik. In den Vorlesungen bei Krenek entdeckte sie ihre Liebe zur Komposition und wechselte wenig später in seine Kompositionsklasse.

Gerne erzählte Gladys, wie sie Ernst Krenek näher kennengelernt hatte: Kreneks Arzt hatte ihm nahegelegt mehr Bewegung zu machen und da erwies sich seine Studentin als optimale Partnerin. Sie brachte ihm Radfahren, Schwimmen, Federball und sogar das Autofahren bei.

1947 beendete Gladys ihren Master of Arts und als Ernst Krenek seinen Lebensmittelpunkt nach Kalifornien verlagerte, ging Gladys mit. Sie heirateten im August 1950.
1966 übersiedelten sie in ihr eigenes Haus in Palm Springs. Gladys kümmerte sich nicht nur um den Haushalt, sondern sorgte als Volksschullehrerin für ein sicheres Einkommen und hielt ihrem Mann für seine künstlerische Arbeit in allen Bereichen den Rücken frei. Für ihn übersetzte sie Libretti, Liedtexte und Programmeinführungen und assistierte sogar mit dem technischen Equipment bei seinen Experimenten mit elektronischer Musik.

 

Dass Gladys Nordenstrom Krenek selbst Komponistin war, wird im Schatten ihres Mannes oft übersehen. Erst als sie ihre Arbeit als Pädagogin niederlegte, fand sie wieder mehr Zeit für ihr eigenes kreatives Schaffen.
Ihr Werk blieb daher vom Umfang überschaubar, erhielt aber internationale Anerkennung: Ihre Komposition „Rondo für Flöte und Klavier“ wurde 1956 bei den Darmstädter Ferienkursen aufgeführt. 1966 komponierte sie im Auftrag der IGNM (Internationale Gesellschaft für Neue Musik) die „El Greco Fantasy“ die in Mannheim vom Rheinischen Kammerorchester Köln unter der Leitung von Thomas Baldner uraufgeführt wurde. Zuletzt arbeitete sie an einer Kammeroper („The Neighbors“) zu einem Libretto von Ernst Krenek.
Das Ernst Krenek Institut bewahrt seit ihrem Tod im Jahr 2016 auch ihren Nachlass auf.

Zum Werkverzeichnis

Zum 90. Geburtstag widmete Marie-Therese Rudolph der Komponistin einen Portrait-Film, der Einblicke in ihr Leben als Komponistin, aber auch als Frau von Ernst Krenek gibt.

Ernst-Krenek-Studien

Seit 2005 ist die Ernst Krenek Institut Privatstiftung Herausgeberin der „Ernst-Krenek-Studien“. Die Reihe ist Teil der Wissenschaftsförderung des Instituts zur aktuellen Krenek-Forschung. Bisher sind 7 Bände zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten erschienen, darunter auch Tagungsbände und Dissertationen. Die Reihe erscheint bei der Edition Argus.

Band 1
Jürg Stenzl (Hg.): Ernst Krenek, Oskar Kokoschka und die Geschichte von Orpheus und Eurydike (2005)

Band 2
Claudia Maurer Zenck (Hg.): „Der zauberhafte, aber schwierige Beruf des Opernschreibens“. Das Musiktheater Ernst Kreneks (2006)

Band 3
Matthias Schmidt (Hg.): Echoes from Austria. Musik als Heimat. Ernst Krenek und das österreichische Volkslied im 20. Jahrhundert (2007)

Band 4
Christoph Taggatz: Gesang des Greises. Ernst Krenek und die historische Notwendigkeit des Serialismus (2008)

Band 5
Claudia Maurer Zenck (Hg.): Igor Strawinsky und Ernst Kreneks Spätwerke (2014)

Band 6
Philipp Weber: Zwischen Avantgarde und Tradition. Ernst Kreneks neoklassizistische Werke (2015)

Band 7
Gernot Gruber, Claudia Maurer Zenck und Matthias Schmidt (Hg.): Ernst Krenek – Nicht nur Komponist (2018)

Band 8
Matthias Henke (Hg.): Zeitgenossenschaft! Ernst Krenek und Kurt Weill im Netz der Moderne (2019)

Kontakt

Ernst Krenek Institut Privatstiftung
Campus Krems, Trakt K
Dr. Karl Dorrek Straße 30
3500 Krems, Austria

Tel. (+43)-(0)2732 - 71 570
Fax. (+43)-(0)2732 – 71 570 - 20
E-Mail: office@krenek.com

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Freitag 10.00 – 12.30 Uhr

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